Spielbericht
vom 01. September 2000

Die Eisbären zeigten ihre Tatzen

HC Thurgau verliert nach phasenweise gutem Testspiel gegen Berlin mit 2:6 Toren

Die Formkurve des HC Thurgau zeigt weiter deutlich nach oben. Zwar ging am Freitag Abend auch der vierte Vergleich in der Saisonvorbereitung mit einer Mannschaft aus der DEL beim 2:6 (1:2, 1:3, 0:1) gegen die Eisbären Berlin verloren. Die "Leuen" warteten aber zumindest eineinhalb Drittel lang mit einer sehr starken Leistung auf.

VON CHRISTIAN LOHR

Nicht allzu viele neue Freunde dürften die Berliner Eisbären mit ihrem Auftritt am Bodensee vor gerade mal 423 Zuschauern gewonnen haben. Die von der Profi-Truppe von der Spree gezeigte Darbietung war aber nur wenig erbaulich. Die Berliner verscherzten sich Sympathien mit einer Flut von Disziplinlosigkeiten und weit über 100 Strafminuten. So mussten Lindemann, Gouedaris und Godyniuk das Eis bereits vorzeitig mit Spieldauerdisziplinarstrafen verlassen.

Gut dagegen gehalten

Die zahlreichen Ausschlüsse und die emotional geladene Stimmung auf dem Eis, die der lange viel zu large pfeifende Referee Prusser zum Teil mitverantwortete, dürften sich für den HC Thurgau sicherlich nicht als nachteilig erwiesen haben. Die Gastgeber entwickelten nämlich genau in dieser Spielphase viel Entschlossenheit wie Kampfkraft. "Es hat Freude gemacht, wie unser Team dagegen halten und auch selber Akzente setzen konnte", zeigte sich HCT-Trainer Robert Wiesmann nachher zufrieden.

Dass man in den zweiten 30 Minuten die zur Eishockey-Kultur zurückgekehrten Berliner ziehen lassen musste, lag an der Schwäche im Boxplaying. In Unterzahl dauerte es jeweils nicht lange, bis die Torlampe leuchtete, da war die Kulti-Multi-Formation der Eisbären dann einfach zu clever. Bei den Gästen blieb zuletzt der positive Eindruck auch dank Altmeister Klaus Merk, der im Kasten immer noch viel Klasse andeutete.

Einige Lichtblicke

Der HC Thurgau ist formmässig sicher in der letzten Woche wieder einen Schritt vorwärts gekommen. Besonders aufgefallen sind dabei zwei Akteure. Im Tor hat sich Jon Corsin Rizzi als Nummer 1 empfohlen. "Er soll die Chance erhalten und Erfahrung sammeln können." Ebenfalls besonders erwähnenswert ist der Angreifer Roland Korsch, dessen hohe Einsatzbereitschaft in jeder Situation eigentlich für alle nachahmenswert ist.

Was die Mannschaft derzeit aber noch klar hindert, sind die Verletzungssorgen. Michael Dieners erster Einsatz im HCT-Dress dauerte nur rund 20 Minuten, dann spürte er wieder seine Verletzung. Angeschlagen aus dem Spiel ging auch der Schwede Thomas Strandberg. Die Situation ist recht ernst, die Verantwortlichen werden nicht darum herumkommen, ihre Dispositionen bezüglich zusätzlichen Verpflichtungen im Offensivbereich rasch und genau zu analysieren.

Thurgau - Berlin 2:6 (1:2, 1:3, 0:1)

Bodensee-Arena. - 423 Zuschauer. - SR: Prusser (Küttel, Wittwer).

Tore: 8. Larghi 1:0. 10. Cowie (Leask, Ausschlüsse Meier, Brugger, Tommlinson) 1:1. 17. Cormier (Ausschlüsse Mäder, Lindemann, Gouderaris) 1:2. 21. Meier (Mäder, Ausschlüsse Beltrame und Eckmair) 2:2. 29. Felski (Fortier, Harkins) 2:3. 35. Laperriere (Felski, Ausschluss Märki) 2:4. 40. Harkins (Fortier, Ausschluss Hofer) 2:5. 43. Hammarström 2:6.

Strafen: Thurgau 11 x 2 Minuten, Berlin 14 x 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Lindemann und Gouedaris, plus 10 Minuten Disziplinarstrafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Godyniuk, plus 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Tommlinson

Thurgau: Rizzi; Mäder, Lamprecht; Sigg, Princi; Diethelm, Schoop; Larghi, Beltrame, Meier; Diener, Strandberg, Seeholzer; Korsch, Märki, Beck; Hofer, Brugger.

Berlin: Jung (32. Merk); Pyka, Schwarz; Lindemann, Godyniuk; Leask, Cowie; Mayer, Laperriere; Felski, Fortier, Harkins; Walker, Cormier, Gouedaris; Hinterstocker, Hammarström. Vaic; Eckmair, Tommlinson, Duglos.

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Zuletzt geändert am: 03. September 2000