Spielbericht
07. Oktober 2000

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Der HC Thurgau verliert in Lausanne mit 5:4 nach Verlängerung

Der HC Thurgau verpasste es nur um Haaresbreite dem Leader Lausanne auf eigenem Eis ein Bein zu stellen. Trotz vierfacher Verstärkung aus Kloten setzte sich schlussendlich der Gastgeber, der keineswegs zu überzeugen vermochte, auf der Zielgeraden durch und verwies die Thurgauer zu Unrecht auf die Verliererseite.

VON ANTON ABBÜHL

Die Mannschaft von Trainer Christian Wittwer präsentierte sich beim zweiten Auftritt am Genfersee binnen vier Tagen mit einem ganz anderen Gesicht. Das Team war gegenüber dem Spiel in Genf vom vergangenen Dienstag kaum wiederzuerkennen, nahm phasenweise gar das Zepter in die Hand und dominierte den Gegner. Doch leider vermochte der HC Thurgau diesen Vorteil nicht in Tore umzumünzen, hatte Mühe, den ersten Block Lausanne zu kontrollieren und musste einmal mehr schon früh einem Rückstand nachrennen.Doch die Mannschaft zeigte Charakter, spielte mit viel Zug nach vorne, zeigte Herz und Feuer und hatte auch kämpferische Qualitäten zu bieten.

Unter der Regie von Sébastien Reuille, der stärkste Thurgauer an diesem Abend, der sich sehr gut mit Keypleyer Dean Seymour verstand, holten die Gäste kurz nach Spielhälfte innert 100 Sekunden einen Zweitore-Vorsprung auf, den die Lausanner mittels Doppelschlag binnen 78 Sekunden herausspielten. Es kam gar noch besser! Zu Beginn des Schlussdrittels gingen sie gar erstmals in Führung.

In einem vom Spielgeschehen her gesehen eher komischen Spiel, das auf einem schwachen Niveau zeitweise nur so dahinplätscherte, dann plötzlich aus heiterem Himmel zu einem animierten, schnellen Kampfspiel auflebte, um dann wieder in eine längere Lethargie zu fallen, verpassten die Thurgauer es im Startdrittel, den Sack schon früh zuzumachen. Doch so gingen die besten Möglichkeiten verloren, als etwa Diener, Nauer und Seymour ihre Solovorstösse von Lausanne Hüter Kindler gebremst sahen. Der Goalie des Leaders hatte einen grossen Anteil daran, dass es nicht zu einem Gästesieg gekommen ist.

Die 4:3-Führung der Thurgauer war die Schlüsselszene des Spiels! Für die Lausanner bedeutete dies einen herben Schlag, der sie aus ihren Träumen zu wecken schien. Der Löwe war gereizt, die Karten für den Endkampf wurden neu gemischt. Dabei zeichnete sich der erste Block Lausanne mit seinen klug aufgebauten Angriffen aus. Im defensiven Bereich klappte es dann weniger gut, standen doch neben vier Treffern auch zwei Gegentore zu Buche. Doch zusammen mit dem erwähnten Beat Kindler reichte dies zu einem knappen, eher unverdienten Sieg über einen HC Thurgau, der in dieser Verfassung in der NLB wieder etwas zu sagen hat.

Schade, dass mitten in einer Thurgauer Druckperiode das 2:1 Lausanne fiel,die aus heiterem Himmel Das einzige Tor übrigens, das nicht vom ersten Block der Waadtländer erzielt wurde. Schade auch, dass wieder einige dumme, unnötige Strafen den Rhythmus brachen. So etwa die zwei Bankstrafen für Spielverzögerung im Schlussdrittel, als man noch rasch die Linien auswechseln wollte, als der Gegner bereits auf dem Eis war.Glück hingegen, dass das unsichere Schiedsrichtertrio den Thurgauern gut gesinnt war, als der Head zwei reguläre Tore von Philipp Müller aberkannte, weil der Spielleiter zu früh abpfiff, obschon Thurgau Goalie Wissmann die Scheibe noch nicht endgültig in Besitz genommen hatte. Mit dem Pfostenknaller von Schamolin wäre da die Schlussabrechnung für den HC Thurgau weit schlechter ausgefallen.Vielleicht war es gerade dieses Schicksal, dass im Endspurt dem HC Thurgau die schon gewonnenen Punkte noch stibitzte und Lausanne das Ruder nochmals herumzureissen vermochte.

Lausanne - HC Thurgau 5:4 (1:1, 2:2, 1:1) n.V.

Malley. - 3479 Zuschauer.

SR Schmutz, (Bürgi, Maissen).

Tore: 7. Müller (Schamolin) 1:0, 19. Sigg (Ausschluss Benturqui) 1:1. 25. Plüss (Oliver  Kamber) 2:1. 26. Lapointe (Schamolin, Poudrier) 3:1. 35. Reuille (Seymour) 3:2. 36. Seymour (Reuille) 3:3. 44. Reuille (Seymour, Princi/ Ausschlüsse Tschanz und Diethelm) 3:4. 49. Lapointe (Müller) 4:4. 62. (61'37) Lapointe 5:4.

Strafen: 6 mal 2 Minuten gegen Lausannne, 7 mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Lausanne: Kindler; Poudrier, Benturqui; Cordero, Michel, Kamber; Schwery, Tschanz; Lapointe, Müller, Schamolin; Bornand, Oliver Kamber, Plüss; Meyer, Bieri, Orlandi.

Thurgau: Wiesmann; Lamprecht, Sigg; Höhener, Diethelm; Mäder, Princi; Diener, Strandberg, Nauser; Seeholzer, Seymour, Reuille; Bielmann, Beltrame, Korsch.

Bemerkungen: Lausanne ohne Giove und Ledermann, Thurgau ohne Bruderer und Samuelsson (alle verletzt); 13. Pfostenschuss Schamolin; 4. und 45. Min Tore von Müller vom SR aberkannt (vorher abgepfiffen); 58. Plüss verletzt ausgeschieden.

GC SCK : Visp 2:3 (1:0,0:3, 1:0)
Olten : Servette 2:3 (0:0, 1:0, 1:3)
Sierre : Herisau 6:2 (3:1, 1:0, 2:1)
Ajoie : Biel 3:3 n.V. (0:0, 1:2, 2:1)

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