Spielbericht
12. Dezember 2000

Der HC Thurgau verliert in Biel mit 0:4

Bereits vor dem Spiel in Biel bekam der HC Thurgau zwei Punkte vom grünen Tisch geschenkt. Doch diese Moralspritze erwies sich für die «Leuen» eher als Hemmschuh. Sie gerieten gegen einen druckvoll aufspielenden Tabellenführer schnell unter Druck und mit 0:2 in Rückstand. Trotz einer Leistungssteigerung ab dem zweiten Drittel blieben die beiden Punkte ausser Reichweite.

Anton Abbühl, Biel

Der EHC Biel setzte sich von Beginn weg durch, die Gäste wurden gewaltig unter Druck gesetzt. So verwunderte es nicht, dass die Seeländer für ihr schnelles, variantenreiches Angriffsspiel schon bald belohnt wurden und mit zwei Toren Vorsprung in Front gingen. Die Harmonie und das blinde Verständnis innerhalb der Linien brachte den Seeländern sämtliche Vorteile im Spiel. Sie bestätigten in überzeugender Art und Weise ihre Leaderposition.

All diese Attribute kamen beim HC Thurgau gestern Abend nicht zum Tragen. Zuviele individuelle Fehler erloschen die zaghaften Gegenangriffe bereits in der Entstehung. Neo-Coach Christian Rüegg setzte wie beim 5:0-Sieg in Basel auf die gleichen Blöcke und brachte die Schweden Strandberg und Samuelsson in der einen, sowie die Churer Simeon und Schneller in der anderen Angriffsformation. Doch was gegen den verunsicherten Aufsteiger noch gut geklappt hatte, sah gegen die wesentlich stärkeren Bieler grösstenteils nicht vorteilhaft aus. Daran vermochten auch die Anfeuerungsgesänge der 50 Fans, welche die Reise und die Eintrittskarte von Morgan Samuelsson grosszügig bezahlt bekamen, nichts zu ändern. 

Die sichere Bieler 2:0-Führung aus dem Startdrittel wirkte sich im zweiten Abschnitt negativ auf Spielniveau aus. Die Bieler nahmen aufgrund ihrer unangefochtenen Position viel Tempo weg und beschränkten sich auf das Absichern ihres Vorsprunges. So gestalteten die Thurgauer zwar das Geschehen im Mitteldrittel mehrheitlich überlegen, doch Abschlussglück und Überzeugungskraft fehlten weiterhin. Resultatmässig blieb alles beim Alten. Dies nicht zuletzt auch dank HCT-Kepper Oliver Wissmann, der in manch heiklen Situationen die Ruhe zu bewahrte und so die endgültige Entscheidung bis ins Schlussdrittel verhindern konnte.

Thurgau-Coach Christian Rüegg liess im letzten Abschnitt nichts unversucht, um vielleicht doch noch eine Wende bewerkstelligen zu können. Der 29-Jährige stellte seine Blöcke angesichts des immer noch bestehenden, nicht unaufholbaren Zweitore-Rückstandes um. Mit dieser taktischen Massnahme wollten die Thurgauer die Gastgeber nochmals in Bedrängnis bringen. Doch die Rechnung hatten sie ohne Gino Cavallini gemacht. Der Keyplayer der Bieler machte mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 (42.) alles klar. Danach fanden die Bieler nochmals zu ihrem druckvollen Spiel aus dem ersten Drittel zurück. Cavallini war es auch, der in der 49. Minute den Torreigen mit seinem dritten Tor beendete. 

Schade, denn der HC Thurgau liess die wohl einmalige Chance, an einem Tag gleich vier wichtige Punkte im Kampf um einen Playoff-Platz zu ergattern, zu leichtfertig aus.

 

Biel - Thurgau  4:0 (2:0, 0:0, 2:0)

Eisstadion. - 1940 Zuschauer.

SR: Kurmann, Abegglen/Betticher.

Tore: 8. Cavallini (Schmid, Serge Meyer) 1:0. 14. Vilgrain (Lechennne, Guazzini) 2:0. 42. Cavallini (Schmid, Liniger) 3:0. 49. Cavallini (Ausschluss Sommer!) 4:0.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Biel, 5mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Biel: Schürch; Sommer, Schneider; Marco Schüpbach, Thommen; Serge Meyer, Schmid; Duc; Lechenne, Vilgrain, Guazzini; Schläpfer, Linigier, Cavallini; Pasche, Flotiront, Martin Meyer; Reto Schüpbach.

Thurgau: Wissmann; Diethelm, Selitto; Meier, Sigg; Mäder, Schoop; Lamprecht; Seeholzer, Keller, Larghi; Cellar, Strandberg, Samuelsson; Schneller, Simeon, Diener; Korsch.

Bemerkungen: Thurgau ohne Princi (verletzt).

 

Servette : Ajoie 3:2 (1:0, 2:2, 0:0)

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