Spielbericht
17. Oktober 2000

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Herisau als HCT-Schreck

4:4 im Ostschweizer Derby vor 2045 Zuschauern

Alle Spiele hat der SC Herisau bisher verloren - ausser gegen den HC Thurgau. Nach dem 3:1-Heimsieg in der ersten Runde holten sie gestern ein 4:4 in der Bodensee-Arena. Und die Appenzeller standen am Ende dem Sieg gar näher.

Von Hanns Wipf

Was für ein Start für Herisau, was für ein Schock für die Thurgauer: CurtisMiller brauchte für sein erstes Tor in der Nationalliga nur 50 Sekunden. Da war es den SCH-Fans völlig egal, dass der andere Ausländer, der vielgescholtene Arto Vuoti in zehn Spielen noch gar nie getroffen hat. Immerhin gab der Finne dem Kanadier das glänzende Zuspiel. Vorausgegangen war ein katastrophaler Fehler, längst nicht der erste in dieser Saison, von Verteidiger Didier Princi. Für einen Spieler mit 399 NLA- und über 100 NLB-Einsätzen leistet er sich bisher erschreckend viele Aussetzer und wirkt darüber hinaus doch erstaunlich hüftsteif.

Umso erleichterter dürfte Princi darüber gewesen sein, dass er seinen Lapsus mit einem Tor gut machen konnte, mit dem wichtigen Treffer in Unterzahl zum 2:2 kurz vor der zweiten Pause. Da bewies er einige Abgebrühtheit. Für den ersten Thurgauer Treffer zeichnete die als grösstes Talent im Schweizer Eishockey gepriesene Klotener Leihgabe Sven Helfenstein veranwortlich. Er traf in der 6. Minute in der ersten von vier Strafen gegen Herisau im Startrittel im Nachstochern zum 1:1. Aus den restlichen Überzahl-Situationen machte der HCT zuwenig. Samuelsson zeigte einige Mal seine Klasse und war einem Treffer nahe.

Seymour bleibt bis 31. Oktober

Ansonsten wirkte der Schwede allerdings noch gar nicht fit und hatte offenkundig Mühe mit dem Schlittschuhlaufen. Deshalb entschied man sich beim HCT den Kanadier Dean Seymour als Ersatz noch bis Ende Oktober weiter zu verpflichten.

Das zweite Drittel war geprägt von turbulenten Szenen vor beiden Toren,nicht weniger als je sechs Zweiminuten-Strafen und Prügelszenen, aber äusserst wenig Spielkultur. Immerhin sahen die Fans in der Bodensee-Arena einen würzigen und spannenden Fight, in dem der HCT mehr Tormöglichkeiten hatte, aber eben wieder einem Rückstand gegen Herisau hinterherlaufen musste. Signer hatte Herisau neuerlich in Führung gebracht, weil man ihn ungestört zum Nachschuss kommen lassen hatte.

Wieder Herisauer Führung

Beinahe wurde Princi dann doch noch zum Matchwinner... für Herisau. Mit einem groben Fehler, er versuchte in Unterzahl ohne Erfolg einen Pass durch dieMitte zu spielen, leitete er die neuerliche Führung der Appenzeller durch Weibel ein. Als Camenzind den Vorsprung gar auf 2:4 ausgebaut, glaubte kaum mehr einer an den HCT. Das Spiel von Wittwers Mannschaft enttäuschte auf der ganzen Linie.  Aber zwei Strafen gegen Herisau innerhalb von weniger als 15 Sekunden brachten die Thurgauer zurück ins Spiel. Strandberg nutzte aus kurzer Distanz die doppelte Überzahl auf Pass Samuelssons zum Anschlusstreffer. Und jetzt endlich begann der HCT alle Reserven frei zu machen. Seeholzer lenkte mit der Unterseite des Stocks aus «unmöglichem» Winkel geschickt zum Ausgleich ab.Dramatisch wurde es in der Schluss-minute.

Erst scheiterte Strandberg 50 Sekunden vor der Sirene nach einem gekonnten Solo alleine vor Allenspach, dann hatte Camenzind für Herisau einen Matchpuck. Mit einer Überzahl konnten  die Thurgauer in die Verlängerung gehen. Als aber auch Princi eine Strafe kassiert hatte, standen die Herisauer dem Siegtreffer näher. Für ihren grossen Kampf wurden sie mit dem dritten Punkt belohnt, der HCT musste sich die Pfiffe der Fans anhören.

Thurgau - Herisau 4:4 (1:1, 1:1, 2:2, 0:0).

Bodensee-Arena. - 2045 Zuschauer (Saisonrekord).

SR: Kaukonen; Bürgi, Maissen.

Tore: 1. (0:50) Miller (Vuoti) 0:1. 6. Helfenstein (Diener; Ausschluss Wild) 1:1. 33. Signer 1:2. 39. Princi (Bielmann; Ausschluss Lozanov!) 2:2. 44. Weibel (Ausschluss Lamprecht) 2:3. 50. Camenzind (Signer) 2:4. 51. Strandberg (Samuelsson, Sigg; Ausschlüsse Wild und Hofstetter) 3:4. 56. Seeholzer (Lamprecht, Strandberg) 4:4. 

Strafen: Thurgau 8mal 2 Minuten, Herisau 16mal 2 Minuten.


Thurgau: Wissmann; Sigg, Lamprecht; Mäder, Princi; Diethelm, Sellitto; Lozanov; Samuelsson, Strandberg, Seeholzer; Bärtschi, Diener, Helfenstein; Korsch, Bielmann, Beltrame; Meier, Larghi.

Herisau: Allenspach; Forster, Krapf; Grauwiler, Fröhlicher; Schiess, Wild; Hofstetter, Weibel, Zimmermann; Camichel, Vuoti, Miller; Signer, Camenzind, Bamert. 

Bemerkungen: 63. Lattenschuss Herisau. 62:44 Timeout Thurgau. 64:25 Timeout Herisau. Thurgau ohne Bruderer (verletzt) und Seymour (überzähliger Ausländer). Herisau ohne Moser (verletzt), Müller (krank) und Lamminger (Beruf).

Servette : Biel 2:3 n.V. (0:1,2:1, 0:0)
GC SCK : Basel 4:2 (0:2, 1:0, 3:0)
Lausanne : Visp 4:4 n.V. (3:1, 1:0, 0:3)
Sierre : Ajoie 3:4 (1:2, 0:2, 2:0)

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