Spielbericht
vom 23. September 2000

Der HC Thurgau gewinnt in Visp mit 2:3 (2:1, 0:1, 0:1)

(rlr)

Das Spiel hätte hundert Minuten dauern können, an diesem Abend war das gegnerische Tor für den EHC Visp verhext und zugenäht.Das Motto hätte auch heissen können: Welche Sturmlinie hat noch nicht, wer will nochmal? Zuerst versuchte es die Ausländerformation. Ketola, ein Schatten seiner letztjährigen Performance, entwischte bei Unterzahl, vergab aber das 3:0 alleine vor Wissmann (4.). Dann hätten wir das Jugendtrio. Brantschen stand in der 11. Minute nicht nur frei vor dem Thurgauer Goalie, sondern sah auch das halbe Tor sperrangelweit offen. Oder wie wär's mit den Neuen beim EHC Visp? Murkowsky scheiterte (15.) aus aussichtsreichster Position genauso wie Bruetsch (33.) oder Gastaldo (59.).Doch damit nicht genug. Die Vielfalt an Möglichkeiten des Scheiterns war gross wie selten. So trafen Ketola (11.) und Laplante (46.) an diesem verlfixten Spätnachmittag nur den Pfosten.Und als Visp's Key-player in der 38. Minute zum Penalty Anlauf nahm, musste man angesichts der lahmen Ausbeute Böses ahnen - Laplante vergab prompt.

Statt 3:1 kurz vor der letzten Pause stand es keine Minute später bei einer der seltenen Gästechancen nur 2:2.Wie also lernt man Toreschiessen? Visp-Trainer Bruno Aegerter: «Es fehlte uns die letzte Konsequenz, der absolute Wille vor dem Tor. In Siders haben wir in dieser Hinsicht ein anderes Visp gesehen, da hatte der Puck noch reingehen müssen. Das waren heute einfach zu viele Nachlässigkeiten. Wissen Sie, sowas spielt sich im Kopf ab, durch diesen Reifeprozess müssen wir.»Dabei war die Leistung abgesehen vom eklatanten Mangel an Treffsicherheit eine durchaus ansehliche und gute.Die Mannschaft  erarbeitete sich aus dem Spiel heraus zahlreiche gute Möglichkeiten, und das Spiel aus der Abwehr ist nicht zuletzt dank dem jeweils tief stehenden Flügel entschieden besser geworden.

Thurgau seinerseits zeigte wohl Einsatz und guten Willen, doch hinterliess das Team einen verunsicherten Eindruck. Nicht nur bei den beiden ersten Gegentreffern stand die vielgepriesene Abwehr um ex-NLA-Spieler wie Bruderer, Princi oder Sigg teils nebst den Schuhen. Thurgau mag unter dem Tandem Präsident/Nachwuchschef zwei Spiele gewonnen haben, was das aber wert ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Es war Visp, das seinen Gegner erst aufbauen musste. Und in der Offensive dürfte sich der Aderlass ehemaliger Skorer mehr bemerkbar machen, als vielen lieb sein dürfte.

Das Spiel hat aber auch das aktuelle Gesicht diese EHC Visp offenbart. Das Team zeigt sich noch zu wenig stabil, wenn sich Negativpunkte einschleichen. Die Mannschaft wurde nach dem raschen 2:0 nach nur drei Minuten unkonzentrierter und trat zu wenig bestimmt auf. Dass es selbst den beiden Ausländern, und auch den Neuen nicht gelang, Effizienz und Kaltblütigkeit an den Frühabend zu legen, passte irgendwie zu diesem verkorksten Heimspiel. Aegerter: «Nach dem schnellen 2:0 haben alle versucht, etwas mehr zu machen. Und wenn der «Larifari» mal drin ist, dann bringst du ihn im selben Spiel nie mehr raus.»

EHC Visp - HC Thurgau 2:3 (2:1, 0:1, 0:1).

Litternahalle. - 2052 Zuschauer.

SR. Schmid; Brodard/Rocchette.

Tore: 2.Bruetsch (Laplante, Gerber) 1:0, 3. Taccoz (Bühlmann) 2:0, 10. Sigg (Diehelm) 2:1, 40. Seeholzer (Diener, Beltrame) 2:2, 45. Seymour (Märki) 2:3.

Strafen: 4 mal 2 plus 1 mal 10 Minuten (Schnidrig) gegen Visp. 4 mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Visp: Karlen; Gerber, Heldstab; Ketola, Laplante, Brüetsch; Kläy, Schnidrig; Moser, Murkowsky, Prediger; Zurbriggen, Schneider, Bühlmann, Gastaldo, Taccoz; Biner, Brantschen, Zurflueh.

Thurgau: Wissmann; Bruderer, Princi; Seymour, Strandberg; Märki; Diethelm, Sigg; Beck, Korsch, Larghi; Lamprecht, Mäder; Seeholzer, Diener, Beltrame; Schoop.

Bemerkungen: Visp ohne Truffer und Knopf (beide verletzt) sowie Portner (Abschlussprüfungen). Thurgau ohne Meyer (krank) und Samuelsson (verletzt). 4. Time-out Thurgau, 11. Pfostenschuss Ketola, 38. Laplante verschiesst Penalty, Thurgau ab Mitte Spiel ohne Bruderer (Hirnerschütterung), 46. Pfostenschuss Laplante, 60. Visp ersetzte Karlen durch sechsten Feldspieler, 60. Karlen kommt nach Strafe gegen Visp wieder ins Tor, 60. Time-out Visp.

Best player: Schnidrig und Wissmann.

Stimmen

Visp's best player Manfred Schnidrig: «Schade, diesen Gegner hätten wir einfach bezwingen müsen. Aber wir sind selber schuld. Das Problem sind nicht die vielen ausgelassenen Chancen, wir haben schon mit weniger Tormöglichkeiten gewonnen. Wir spielten nach dem 2:0 mit zu wenig Aggressivität und Entschlossenheit, mit weniger Zug aufs gegnerische Tor. Dass wir das Spiel dieses Mal nicht mehr wie gegen Lausanne zu kehren vermochten, hat damit zu tun. Das war genau das «Richtige», um einen Gegner in dieser Verfassung aufzubauen.»

HC Thurgau-Präsident Felix Burgener: «Ich bin erleichtert, denn ich habe ein anderes Thurgau gesehen.  Sie können überall fragen, die Mannschaft hat gekämpft wie noch nie in dieser Saison. Ich muss aber  zugeben, dass wir letztlich mehr rausgeholt haben als man angesichts der Partie hätte meinen können. Ich bin überzeugt, dass ich mit der Trainerentlassung richtig gehandelt habe. Über die Art und Weise kann man diskutieren. Ich habe mit Robert Wiesmann keinen schriftlichen Vertrag, er wird aber den Lohn bis Ende März erhalten. Dafür wird er mir diverse Arbeiten technischer Natur erledigen müssen, etwa in meinem Beruf. Das wird aber nichts mit dem HC Thurgau zu tun haben. Dass er Scouting-Aufgaben für  den Nachwuchsbereich erhalten wird, stimmt nicht.»

Basel KLH : Sierre 3:5 (1:2,1:2, 1:1)
Lausanne : Biel 5:1 (1:0, 4:0, 0:1)
GC SCK : Olten 2:2 n.V. (0:1, 0:0, 2:1)
Ajoie : Herisau 11:2 (4:0, 3:1, 4:1)

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Zuletzt geändert am: 24. September 2000