Spielbericht
28. Oktober 2000

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"Angst vor dem Gewinnen"

Thurgau verliert gegen Visp 3:4, zeigte aber Fortschritte

Der HC Thurgau scheiterte am Samstag mehr an sich selbst anstatt am Gegner. Gegen den neuen Tabellenführer zeigte er weitere Fortschritte, zeitweise ein sehr gutes Spiel und verlor vor allem wegen individueller Fehler und nicht genutzter Chancen knapp mit 3:4.

Hanns Wipf

"Es war das beste Spiel, das der HC Thurgau unter mir gezeigt hat", so HCT-Trainer Christian Wittwer, der sich mit Felix Burgener und Martin Bruderer nach dem Spiel zu einer Gesprächsrunde mit den Donatoren traf. Alle drei sprachen von stetigen Fortschritten und mahnten zur Geduld, weitere Siege würden schon noch kommen. "Positiv bleiben, Optimismus ausstrahlen, dann kommt der Erfolg vonselbst", sagte HCT-Boss Burgener den es nur wurmte auf die "verdammte Tabelle" im Teletext zu sehen und der Bruderer, der verletzte Verteidiger, dessen Karriere vorbei scheint, fügte an: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir müssen Ruhe bewahren."

Auch viele der eher in geringer Zahl aufmarschierten Zuschauer gingen diesmal nicht besonders enttäuscht aus der Halle. Doch, doch, immerhin hätten sie jetzt doch besser gespielt als auch schon, war von vielen zu hören.

Auf dem richtigen Weg war der HC Thurgau im Spiel gegen Visp wirklich. Wittwer sagte: "im ersten Drittel habe ich zum ersten Mal so etwas wie Spielkultur gesehen." Der HC Thurgau spielte zu Beginn stark auf. Eigentlich hätte er mit mehr als dem einen Tor durch Verteidiger Mäder, sein erster Treffer der Saison, führen müssen. Zahlreiche gute Chancen konnten nicht genutzt werden.

Doch je länger das Spiel dauerte, desto verhaltener wurde der HC Thurgau. "Vielleicht hatten wir etwas Angst vor dem Gewinnen", sagte Morgan Samuelsson später, "das kann passieren, dass man unsicher wird, wenn einem die Erfolge fehlen." Laplante konnte in Überzahl für Visp ausgleichen, ehe der HCT wieder etwas aufdrehte und durch Seeholzers Treffer erneut in Führung lag.

Ein Hinweis für die Verunsicherung beim HCT war, dass er unmittelbar vor und nach der zweiten Pause zwei Tore kassierte. Unglückliche Tore. Erst lenkte Mäder einen ungefährlichen Schuss Ketolas mit dem Schlittschuh ins Tor ab. Dann unterlief Samuelsson ein schwerer Fehler. "Ich habe die Scheibe zu einem Verteidiger zurückgespielt und mich dann nicht zu ihm hinbewegt, damit er zurückspielen kann. Das Tor geht zu hundert Prozent auf meine Kappe." Es war der Ex-Thurgauer Beat Heldstab, der mit einem satten Fernschuss die Walliser erstmals in Führung brachte, "gegen ein sehr starkes Thurgau", wie auch er fand, "aber wir haben einfach nie aufgegeben, das zeichnet uns in dieser Saison aus."

Es hatte wirklich den Anschein, dass es am Samstag den Thurgauern nicht mehr an mangelnder Qualität fehlte, das Spiel dann nochmals zu drehen. Stünde der HCT über dem Strich, so wären die Bemühungen wohl etwas gelassener und entschlossener gewesen. Und möglicherweise auch glücklicher. Obwohl das Spiel von Seiten der Thurgauer nicht mehr flüssig war gab doch gute Chancen. Alleine Seeholzer hatte im letzten Drittel drei ausgezeichnete. Nach Murkowskys Treffer zum 2:4 aber, wieder durch einen individuellen Fehler verursacht, rann dem HCT die Zeit davon. In seiner Aufholjagd reichte es nur noch zu einem Treffer.

Thurgau hat mit dem neuen Tabellenführer mitgehalten und nur knapp verloren. Und ohne den verflixten Druck, unbedingt zu Punkten zu kommen, wäre vielleicht mehr dringelegen. Doch jetzt steht der HC Thurgau noch mehr unter Druck. Gegen Basel muss am Dienstag ein Sieg her. Geduld hin oder her: Kommt der HCT nicht über den Strich, wird's mit dem befreiten Aufspielen nichts.

 

Thurgau - Visp 3:4 (1:0, 1:2, 1:2)

Bodensee-Arena, Kreuzlingen. - 1698 Zuschauer.

SR: Schmid; Jetzer, Marti.

Tore: 10. Mäder (Helfenstein, Bärtschi) 1:0. 38. (37:49) Laplante (Ketola, Ausschluss Diethelm) 1:1. 39. (38:37) Seeholzer (Samuelsson, Strandberg) 2:1. 40. (39:56) Ketola (Laplante, Brütsch; Ausschlüsse Snell und Helfenstein) 2:2. 41. (40:41) Heldstab (Ketola, Laplante) 2:3. 57. Murkowsky (Moser) 2:4. 59. (58:19) Bielmann (Mäder) 3:4.

Strafen: Thurgau 7mal 2 Minuten, Visp 8mal 2 Minuten.

Thurgau: Wissmann; Sigg, Lamprecht; Mäder, Princi; Diethelm, Selitto; Samuelsson, Strandberg, Seeholzer; Helfenstein, Diener, Bärtschi; Korsch, Bielmann, Beltrame.

Visp: Karlen; Portner, Heldstab; Snell, Schnidrig; Zurbriggen, Kläy; Brantschen, Laplante, Ketola; Bühlmann, Murkowsky, Moser; Brütsch, Gastaldo, Taccoz.

Bemerkungen: 39. Lattenschuss Laplante. 42. Pfostenschuss Taccoz. 44. Sigg scheidet verletzt aus. 59:12 Timout Thurgau, danach ohne Torhüter. Thurgau ohne Bruderer und Meier (beide verletzt). Visp ohne Knopf, Truffer und Prediger (alle verletzt).

Herisau : Ajoie 4:6 (2:1, 0:1, 2:4)
Olten : GC SCK 6:3 (1:2, 2:1, 3:0)
Sierre : Basel 3:1 (0:0, 3:0, 0:1)
Biel : Lausanne 6:3 (1:1, 1:2, 4:0)

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